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KzV – November 2017

Währungsrisiken bei Investmentfonds

Bei der Vermögensanlage unserer Kunden haben wir in den letzten Jahren mit Erfolg im risikoreichen Teil der Portfolien zu einer Anlage in kostengünstige und breit gestreute internationale Aktienfonds geraten (vgl. hierzu auch ausführlich unseren KzV vom September 2017). In den Kundenportfolios haben wir dies z.B. mit dem Erwerb von Anteilscheinen des iShares Core MSCI World UCITS ETF umgesetzt. Dieser u.a. an der Deutschen Börse (XETRA) börsengehandelte irische Investmentfonds (engl. „Exchange Traded Funds“ oder abgekürzt „ETF“) bildet die Performance von ca. 1650 Aktientitel weltweit gemäß der Indexzusammensetzung des MSCI World Index wieder und dies zu laufenden Kosten von nur 0,2% p.a. (Total Expense Ratio 0,2 % p.a.). Der Aktienfonds hat ein Fondsvolumen von USD 11,2 Mrd. und wird auch in Irland auf USD-Basis bewertet („denominiert“), während der Fonds bzw. ETF z.B. auf der Handelsplattform XETRA an der Frankfurter Börse in EUR gehandelt wird.

Die Diversifizierung des eigenen Portfolios auf heimische und internationale Anlagen mittels kostengünstiger ETFs ist bei dem heutigen Produktangebot vergleichsweise einfach, da es mittlerweile eine Vielzahl von ETFs gibt, die Regionen oder bestimmte Länder nachbilden. Durch Investitionen in internationale Aktien lässt sich die Rendite eines Portfolios verbessern, während die Volatilität sinkt. Allerdings sind Geldanlagen außerhalb der Eurozone sog. Währungsrisiken ausgesetzt.

Um den Einfluss dieser Währungsrisiken einschätzen zu können, muss man folgende währungsbezogene Sachverhalte unterscheiden:

  1. in welcher Währung der ETF bewertet bzw. berechnet wird (die sog. Fondswährung);
  2. in welcher Währung der ETF gehandelt wird (die sog. Handelswährung);
  3. in welchen Währungen die im ETF enthaltenen Aktien notieren („domiziliert“) sind; d.h. die „Domizilwährung“ der im ETF enthaltenen Aktien.

Aus der Fondswährung ergeben sich keine Währungsrisiken, weil dies ja nur die Recheneinheit der Fondsbuchhaltung ist, auf die alle Fondsbestandteile, die in vielfältigen Währungen notieren können, zu einem nach feststehenden Regeln ermittelten möglichst aktuellen Wechselkurs dieser Währungen (in unserem Beispielsfall zum USD) in den einheitlichen Bewertungsmaßstab umgerechnet werden, so dass darüber eine Summe gebildet werden kann. Die Fondswährung ist eigentlich fast beliebig. Man muss nur wissen, welche konkrete Währung es ist, um dann den publizierten  USD-Wert des Fonds z.B. in EUR umrechnen zu können.

Die Handelswährung des ETF ist nur beim Kauf oder Verkauf dieses ETF wesentlich, da insbesondere beim Kauf der an der Börse realisierte Kaufpreis in dieser Währung bezahlt werden muss. Entsprechend wird der Verkaufserlös in dieser Währung auf einem entsprechenden Konto gutgeschrieben. In beiden Fällen muss also ein Konto in dieser Handelswährung existieren. Wenn auf solchen Konten Geldbeträge in einer Fremdwährung gehalten werden, sind diese dann allerdings schon einem Währungsrisiko ausgesetzt. Allerdings lassen sich solche Währungsrisiken leicht umgehen, wenn – wie in unserem Beispielfall – der ETF an der Börse in Frankfurt in EUR gehandelt wird, so dass aus EUR-Sicht kein Fremdwährungskonto erforderlich ist.

Ein echtes Währungsrisiko (technisch korrekt: Wechselkursänderungsrisiko) ergibt sich jedoch aus der Domizilwährung der im Fonds enthaltenen Aktien. In unserem Beispielfall, dem iShares Core MSCI World UCITS ETF, sind aktuell nur zu rund 12% Aktien aus der Eurozone, d.h. dem EUR-Raum enthalten. Es dominieren US-Aktien (USD-Raum) mit knapp 60%, gefolgt von japanischen Aktien (YEN-Raum) mit ca 9% und britischen Aktien (GBP-Raum) mit 7%.

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