Kommentare zur Vermögensanlage (KzV) November 2020

Nachdem das Corona-Virus in den Sommermonaten scheinbar etwas aus dem Gedächtnis verschwunden war, schwappt in den letzten Wochen, wie von vielen Fachleuten prognostiziert, die „zweite Corona-Welle“ vor allem über Europa und den USA. Die bisherigen Reaktionen sowohl an den Kapitalmärkten (kein Crash) als auch in der Bevölkerung (keine Hamsterkäufe) erscheinen besonnener. Auch die ergriffenen Maßnahmen (z.B. „Teil-Lockdown“) machen einen gezielteren und überlegteren Eindruck als noch im Frühjahr. Dennoch war die Entwicklung der verschiedenen Anlageklassen sehr heterogen wie die nachfolgende Grafik verdeutlicht.

Dies ist zum einen auf das unterschiedliche Ausmaß der zweiten Corona-Welle zurückzuführen und zum anderen auch bedingt durch die Entwicklung bestimmter Sektoren / Branchen bzw. einzelner Unternehmen (z.B. SAP beim Deutschen Aktienindex (DAX)).

Trotz der zweiten Corona-Welle und den aktuell getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung erwarten wir keine Korrektur an den Aktienmärkten wie im Frühjahr. Dennoch ist aufgrund der anstehenden US-Wahlen, der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie und des Brexits kurzfristig von einer erhöhten Schwankung an den Kapitalmärkten mit möglicherweise stärkeren Kursrückgängen auszugehen.

 Wie wir schon mehrfach in unseren Kommentaren zur Vermögensanlage ausgeführt haben, sollten langfristig orientierte Anleger in solchen Phasen nicht den Fehler machen, den Aktienmärkten den Rücken zu kehren, sondern investiert zu bleiben. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechend langfristiger Anlagehorizont, den Aktienanleger grundsätzlich mitbringen sollten, sowie die mentale Bereitschaft, solche Schwächephasen durchzuhalten. Denn die Krisen der letzten Jahre (Finanzkrise, Euro-Krise etc.) haben gezeigt, dass der der globale Aktienmarkt solche Rückschläge immer wieder wettmacht und neue Höchststände erreicht.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat trotz der vielen Unwägbarkeiten insbesondere im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zuletzt auch wieder langfristige Wachstumsprognosen veröffentlicht. Diese sehen zwar weiterhin ein negatives Wachstum der Weltwirtschaft von -4,4% im Jahr 2020, allerdings nicht mehr ganz so schlimm wie noch im Juni veröffentlicht. In den beiden folgenden Jahren wird aufgrund von Nachholeffekten von einem starken Wachstum von 5,2% bzw. 4,2% ausgegangen, welches in ein mittelfristiges Wachstum von 3,5% mündet.

Um an diesem globalen Wachstum partizipieren zu können, sollte bei der Kapitalanlage darauf geachtet werden, die Regionen und Länder entsprechend ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung (gemessen an ihrem Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt) zu berücksichtigen.

Quelle: Visual Capitalist (https://www.visualcapitalist.com/the-88-trillion-world-economy-in-one-chart/)

Denn ein wichtiger Aspekt bei der Geldanlage, den uns die Corona-Krise wieder vor Augen geführt hat, ist die Vorteilhaftigkeit eines global ausgerichteten und breit diversifizierten Ansatzes bei der Vermögensanlage, wie er von uns seit Jahren verfolgt und empfohlen wird. Denn wie die folgende Abbildung verdeutlicht, gibt es immer wieder Zeiträume in denen bestimmte Länder, Regionen oder Anlageklassen sich erheblich schlechter entwickeln als der Gesamtmarkt, ohne dass dies im Vorhinein verlässlich prognostizierbar wäre. Mit einem zu starken Fokus auf einzelne Länder, Regionen oder Anlageklassen läuft man deshalb Gefahr, erheblich schlechter abzuschneiden als mit einem „vernünftig ausbalancierten“ Portfolio.

Aufgrund der globalen Ausrichtung und breiten Streuung unserer Kundenportfolios, sehen wir uns auch für den Rest des Jahres 2020 gut positioniert.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

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